„Reguliert“ taucht im Marketing weit häufiger auf als in Registern. Das Wort allein trägt keine Information: reguliert durch wen, für welche Tätigkeit, und mit welchen Folgen, wenn das Unternehmen scheitert?
Jede dieser Fragen lässt sich in wenigen Minuten prüfen, und die Antwort fällt häufig enger aus als die Behauptung.
Klären Sie die drei Fakten
- Welche Behörde. Kein Land — eine namentlich genannte Aufsichtsbehörde. Unsere Jurisdiktionsseiten nennen die zuständige Aufsichtsbehörde für jedes Land, das wir abdecken.
- Welche Erlaubnis. Eine Registrierung zur Geldwäschebekämpfung ist nicht dasselbe wie eine Zulassung zum Halten von Kundenvermögen, und diese ist nicht dasselbe wie eine Wertpapierlizenz. Unternehmen halten regelmäßig die engste dieser Erlaubnisse und beschreiben sie in den weitesten Worten.
- Welche Gesellschaft. Die eingetragene Gesellschaft ist oft nicht die Marke, mit der Sie interagieren. Eine Gruppe kann in einer Jurisdiktion über eine Tochtergesellschaft eine Zulassung halten und Sie zugleich über eine andere bedienen, die keine hält.
Gehen Sie zum Register, nicht zum Unternehmen
Jede Aufsichtsbehörde, die Unternehmen zulässt oder registriert, veröffentlicht ein durchsuchbares Register, und dieses Register — nicht die Fußzeile des Unternehmens — ist maßgeblich. Suchen Sie nach dem Namen der juristischen Person statt nach der Marke. Wenn das Unternehmen Ihnen nicht sagen will, welche juristische Person die Erlaubnis hält, ist das selbst schon eine Antwort.
Viele Behörden veröffentlichen zudem eine Warn- oder Hinweisliste mit Unternehmen, von denen sie annehmen, dass sie ohne Zulassung tätig sind. Diese Liste zu prüfen, geht oft schneller, als eine bestehende Zulassung zu bestätigen.
Verstehen Sie, was die Erlaubnis tatsächlich abdeckt
Die Kategorien unterscheiden sich stark nach Jurisdiktion, und die Begriffe sind nicht austauschbar. Eine VASP-Registrierung unter einem von der FATF abgeleiteten Regime ist überwiegend eine Pflicht zur Geldwäschebekämpfung. Eine CASP-Zulassung unter dem europäischen Rahmen ist weiter gefasst. Der Status als qualifizierter Verwahrer ist eine rechtliche Aussage darüber, wie Kundenvermögen behandelt wird, wenn das Unternehmen scheitert.
Diese letzte Unterscheidung hat die größten Folgen und die geringste Marketingaufmerksamkeit — siehe Trennung von Kundenvermögen.
Registrierung ist kein Schutz
Ein registriertes Unternehmen kann dennoch scheitern, und eine Registrierung bedeutet selten eine Einlagensicherung. Was sie Ihnen typischerweise verschafft, sind eine zuständige Aufsicht, veröffentlichte Anforderungen, die das Unternehmen erfüllen muss, und ein Beschwerdeweg. Das ist real, und es ist zugleich enger als der Eindruck, den das Wort „reguliert“ erzeugt.
Eine Jurisdiktionsseite zusammen mit dem Register zu lesen, ist der schnellste Weg, die Lücke zwischen dem zu sehen, was ein Regime verlangt, und dem, was ein Unternehmen zu haben suggeriert.
Keine Beratung. Conisec berichtet ausschließlich zu Informationszwecken. Nichts in diesem Artikel ist eine Finanz-, Rechts-, Steuer- oder Sicherheitsberatung. Prüfen Sie die oben verlinkten Primärquellen, bevor Sie auf dieser Grundlage handeln.